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KBS 999.8 - Die S 8 West:  Pasing - Herrsching

Bei der KBS 999.8, bis Dezember 2009 als 999.5 bezeichnet, handelt es sich um eine reine Vorortstrecke im Großraum München. Sie zweigt als Hauptstrecke nach der Station Westkreuz von der KBS 999.6 nach Westen ab. Im weiteren Verlauf geht es zweigleisig entlang des ehemaligen Bundesbahn-Ausbesserungswerkes Neuaubing und des Güterbahnhofs Freiham über Germering und Gilching nach Wessling. Ab hier ist die Strecke nur noch eingleisig. Im Reisezugverkehr kommen bis auf wenige Sonderfahrten pro Jahr ausschließlich S-Bahnen der Baureihe 423 zum Einsatz. Aber nun erstmal zur Entstehung dieser Strecke. Von Anfang an war die Lokalbahn an den Ammersee als Ausflugsbahn konzipiert. Sie sollte den Münchner Bürgern ein weiteres Naherholungsgebiet erschließen, nachdem die südlichen Ziele wie Isartal, Wolfratshausen und Starnberg bereits erschlossen und überlaufen waren. Nach längeren Streitereien in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts über den Verlauf der Strecke, als Endstationen standen Stegen am Nordufer, sowie Herrsching am Westufer des Sees zur Auswahl, fiel 1898 die Entscheidung für Herrsching. Sie sollte nun von Pasing aus entlang des Wörth- und Pilsensees bis an den Ammersee verlaufen. Am 1. Juli 1903 fuhr endlich der erste fahrplanmäßige Zug über die 31 km lange Strecke. Die Herrschinger Strecke gewann sehr schnell an Bedeutung, bereits 1910 erreichte sie die höchsten Fahrgastzahlen aller bayrischen Lokalbahnen. So kamen auch bald Planungen auf, die Eisenbahn entlang des Ostufers über Mühlfeld und Fischen bis nach Wielenbach und von dort aus über die Ammerseebahn bis nach Weilheim zu verlängern. Fehlende finanzielle Mittel verhinderten allerdings eine Umsetzung. Die Elektrifizierung erfolgte im Jahre 1925 aus gesamter Länge und 1972 wurde die Herrschinger Eisenbahn in das Münchner S-Bahn-Netz integriert. Von da an fuhren die allseits bekannten Elektrotriebwagen der Br 420 im Taktverkehr an den See. 1975 wurde der Bahnhof Freiham im Personenverkehr stillgelegt. Bis heute gehört Freiham zu den wenigen Haltebahnhöfen im Münchner S-Bahn-Bereich, deren Bedienung eingestellt wurde (wie auch Stumpfenbach, München-Süd und Großhesselohe). 2003 wurden die Fahrzeuge der Baureihe 420 von deren Nachfolger ET 423 abgelöst. Im Güterverkehr spielt der östliche Abschnitt auch heute noch eine bedeutende Rolle. Im Güterbahnhof Freiham zweigt ein Anschlußgleis zu einem der größten Tanklager Deutschlands (IVG) ab. Fast täglich fanden dort Fahrten mit Kesselwagen-Ganzzügen statt. In der Regel brachten DB-Dieselloks der Baureihen 365 und 232 diese Züge nach Freiham, seit 2005 kamen immer häufiger auch private EVU´s hinaus. Dort wurden die Waggons dann von einer werkseigenen Lokomotive übernommen. Bis 2009 war der Betreiber die IVG bzw Tanquid, danach übernahm die Viktoriagruppe AG das Lager, welche aber Ende 2014 Insolvenz anmelden musste. Seither wird auch nur noch der Flüssiggashändler beliefert. Westlich davon ist der Güterverkehr völlig eingestellt, bis zum Jahre 2003 wurde der Sonderflughafen Dornier noch bedarfsmäßig angefahren. Seit 2006 ist dies nicht mehr möglich, denn im Zug von Strassenbauarbeiten wurde der Bahnübergang über die Staatsstr. 2068 ausgebaut. Die Betriebsstelle Awanst Weichselbaum wurde im April 2015 endgültig rückgebaut.

 

km

Bahnhof

Besonderheiten

0,0

München-Pasing  

1,4

München-Westkreuz Abzweig von der KBS 999.6

3,4

München-Neuaubing Anschlußgleis zum ehemaligen Bundesbahn-AW Neuaubing. Rückbau 2015, seither nur noch Alibiweiche

4,9

Freiham Hp Eröffnung am 14.12.2013

5,3

Gbf Freiham bis 1975 S-Bahnhof, seither nur noch Gbf, Anschlußgleis zum IVG-Tanklager, seit Dezember 2014 nur noch Bedienung eines Flüssiggaslagers

6,1

Harthaus  

8,0

Germering-Unterpfaffenhofen  

12,0

Geisenbrunn  

13,9

Gilching-Argelsried  

15,1

Neugilching  

16,5

Weichselbaum Anschlußgleis zum Sonderflughafen Dornier. Seit 2003 nicht mehr genutzt. Seit Frühjahr 2006 am Bü Staatsstr. 2068 unterbrochen. Rückbau 2015

18,9

Wessling ab hier nur noch eingleisig

22,8

Steinebach ehemaliger Kreuzungsbahnhof

25,5

Seefeld-Hechendorf Kreuzungsbahnhof

31,0

Herrsching  

Gleispläne der Herrschinger Strecke

Triebfahrzeugeinsatz: 423, V 90

 

 
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