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KBS 960 - Die Mittenwaldbahn Fahrzeiten der Gz und Lr´s sind hier aufgeführt. Die KBS 960 ist zwar die kürzeste Verbindung zwischen den Landeshauptstädten Bayerns und Tirols, hat aber nie die Bedeutung der Strecke über Rosenheim und das Inntal erlangen können. Verständlich wird diese Tatsache, wenn man sich die Mittenwaldbahn einmal genauer ansieht. Am besten unterteilt man die etwa 158 km lange Bahnlinie in einzelne Abschnitte. Wir beginnen am nördlichen Ausgangspunkt, dem Münchner Hbf. Das erste Teilstück wurde bereits am 28. November 1854 eröffnet. Von diesem Tag an konnten Ausflügler mit der Eisenbahn den Starnberger See erreichen. Knappe elf Jahre später wurde im Zuge der Eröffnung der Strecke von Starnberg nach Penzberg (vgl. Kochelseebahn) am 1. Juli 1865 der Ort Tutzing angebunden, auf den Tag genau sieben Monate später ging die Strecke bereits bis Weilheim (diesmal als Teilstück der Pachtbahn nach Peißenberg). Nur noch schleppend verlief der Weiterbau über Murnau nach Garmisch und Mittenwald, sowie dann weiter über Scharnitz bis hinab nach Innsbruck. Die Vizinalbahn Weilheim - Murnau wurde am 15. Mai 1879 eröffnet, als Lokalbahn war Garmisch-Partenkirchen am 25. Juli 1889 an das Schienennetz angeschlossen. Erst am 1. Januar 1908 übernahm die bayerische Staatsbahn den Betrieb. Vollendet wurde die Mittenwaldbahn im Jahre 1912. Am 1. Juli folgte der Abschnitt Garmisch - Mittenwald und am 28. Oktober das letzte Stück bis zum Innsbrucker Westbahnhof. Hier fädelt die Mittenwaldbahn in die bereits 1883 eröffnete Arlbergbahn ein. Für die Elektrifizierung der Gesamtstrecke sind zwei Jahreszahlen zu erwähnen. Der Abschnitt von Innsbruck bis Mittenwald war bereits ab der Inbetriebnahme 1912 elektrifiziert, ein halbes Jahr später ging der Fahrdraht bis Garmisch. Der nördliche Teil von München bis Garmisch folgte am 23. Februar 1925. Wie ist denn nun aber der Verlauf der Strecke. In München beginnt sie im Hbf, genauer gesagt im nördlichen Flügelbahnhof Gleis 27 bis 36 (früher hieß dieser Teil sogar Starnberger Bahnhof). Gemeinsam mit der Allgäubahn teilt sie sich bis Pasing zwei Gleise, ab dort schwenkt die KBS 960 nach Süden. Insgesamt 4-gleisig, wobei die westlichen zwei Gleise der S-Bahn gehören (KBS 999.6), geht es dann relativ gerade bis Gauting. Von dort aus geht es durch hügelige Moränenlandschaft auf nunmehr zwei Gleisen durch sanfte Kurven nach Starnberg. Der alte Starnberger Bahnhof liegt direkt an der Seepromenade und man hat einen traumhaften Blick über den Dampferanleger und den See bis hin zur Zugspitze. danach entfernt sich die Strecke wieder vom See und verläuft wieder relativ geradlinig bis Tutzing. Hier endet die S-Bahn und beginnt die Kochelseebahn. Von nun an befinden wir uns auf einer eingleisigen Hauptstrecke. Sehr kurvenreich geht es weiter nach Weilheim, wo wir auf die Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn treffen. Zwei Bahnhöfe weiter, in Huglfing, begann früher (1935) ein zweigleisiger Abschnitt bis Hechendorf. Dies ist heute noch an der Trassierung erkennbar. Jedoch bereits 1942 / 43 wurde der Teil bis Murnau wieder auf ein Gleis rückgebaut. Am Staffelsee vorbei geht es dann nach Murnau (Anschluß an die Ammergaubahn) und über ein steiles Gefälle von 33 Promille hinunter nach Hechendorf. Dieser kurze Abschnitt ist noch zweigleisig. Entlang des Murnauer Mooses und der Loisach wird Garmisch erreicht. Hier zweigt in westliche Richtung die Außerfernbahn über Ehrwald und Reutte bis nach Kempten ab, während die Mittenwaldbahn nunmehr als Nebenbahn östlich über Klais bis Mittenwald verläuft. Klais ist bei Eisenbahnfreunden bekannt für den Titel als "Deutschlands höchstgelegener IC-Bahnhof". Seit Fahrplanwechsel im Dezember 2007 ist dieser Status jedoch leider Geschichte. Der Schriftzug ziert das Bahnhofsgebäude zwar immer noch, jedoch hat die Mittenwaldbahn ihren Fernverkehr bis auf einen spärlichen Rest komplett verloren. Lediglich drei samstägliche ICE-Paare bis bzw ab Garmisch sind erhalten geblieben. Ändern sollte sich dies jedoch zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009. Zu diesem Zeitpunkt wurde der ICE-Verkehr deutlich ausgeweitet. 4 Zugpaare samstags zuzüglich je eines Zuglaufs an Freitagen und Sonntagen, wobei zwei Zugpaare (Baureihe 411) wieder bis Innsbruck durchgebunden sind. Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis die Grenze nach Österreich überquert und mit Scharnitz der erste österreichische Bahnhof erreicht wird. Hier beginnt auch der spektakulärste Teil der Strecke. Über einige Hochebenen geht es nach Seefeld, dem mit 1181 m höchstgelegenen Bahnhof. Kurz danach ist mit 1184 m der höchstgelegene Punkt erreicht. Auf nur noch gut 20 km muß die Mittenwaldbahn jetzt etwa 600 Höhenmeter ins Tal hinunter bezwingen. Das bedeutet ein durchschnittliches Gefälle von 30 Promille. Durch viele Tunnels und Galerien, über Brücken und Viadukte verläuft die Bahnlinie hoch oberhalb des Inntals entlang der Martinswand und gibt immer wieder atemberaubende Blicke preis. Eine Fahrt über die KBS 960 sei jedem Eisenbahnfreund dringend empfohlen.
Daten zur Streckeneröffnung (Danke an G. Ringler):
Triebfahrzeugeinsatz (aktuell): 111, 401, 402, 403, 411, 425, 426, 1063, 1x16, 4024
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