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KBS 963 - Die Ammergaubahn Die Ammergau-Bahn ist eine eingleisige, elektrifizierte Nebenstrecke von Murnau nach Oberammergau. Sie erschließt ein für den Tourismus sehr bedeutendes Gebiet im bayerischen Voralpenland. Allein die Passionsspiele in Oberammergau (erstmalig 1634) sind heute weltbekannt. Daneben werden einige Münchner Hausberge erschlossen (Pürschling, Hörnle, Ettaler Manndl) und auch das Kloster Ettal und Schloß Linderhof sind gut zu erreichen. Auf halbem Weg liegt der Kurort Bad Kohlgrub. Am 5. April 1900 konnte die knapp 24 km lange Strecke als Lokalbahn eröffnet werden, der damalige Ausgangspunkt war der Murnauer Lokalbahnhof. Dieser lag in etwa gegenüber dem Staatsbahnhof und wurde erst 1960 stillgelegt. Bereits am 1. Januar 1905 wurde der elektrische Betrieb mit 5000 V und 16 Hz aufgenommen. Damit war die Ammergaubahn die erste mit Einphasen-Wechselstrom betriebene Eisenbahn in Deutschland. Genau dieses Stromsystem von dieser oberbayrischen Nebenbahn hat das gesamte elektrifizierte Streckennetz mit den heute üblichen 15 kV bei 16 2/3 Hz bestimmt. Die Umstellung auf der KBS 963 erfolgte 1954. Bereits ab 1906 wurde mit LAG 1 die erste der so bekannten Klein-E-Loks der späteren Baureihe E 69 in Dienst gestellt. Und auch hier sticht die Ammergaubahn wieder hervor. E 69 02 hat es auf insgesamt 72 aktive Dienstjahre bei der DB gebracht. Ein bislang unangetasteter Rekord. Schnell wurde die Eisenbahn das bedeutendste Verkehrsmittel zu den Passionsspielen. Schon 1900 kamen weit mehr als 320.000 Reisende mit der Bahn, 1950 waren es knappe 500.000. Aber auch der Güterverkehr, vor allem Holztransporte entwickelte sich zunächst gut. Mit der zunehmenden Popularität des Autos erging es aber auch der Ammergau-Bahn wie so vielen anderen Nebenstrecken. Der Güterverkehr verschwand fast völlig, die Fahrgastzahlen sanken kontinuierlich. Damit begann auch hier ein massiver Rückbau der Infrastruktur, so daß heute nur noch die Kreuzungsmöglichkeit in Bad Kohlgrub besteht und selbst im Endbahnhof Oberammergau nur noch ein einziges Gleis befahrbar ist. Zumindest haben sich aber auch hier seit Einführung des Werdenfels-Taktes die Fahrgastzahlen auf einem zufriedenstellenden Maß eingependelt.
Triebfahrzeugeinsatz: 426
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